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Nach der brillanten Burgtheater-Aufführung der "Schachnovelle" ein Blick in das Buch, um festzustellen, wie getreulich diese dem Text von Stefan Zweig folgt. Man kann ihn dankenswerterweise im Projekt Gutenberg Online lesen. Ich stoße auf den Satz: "Ich ›spiele‹ Schach im wahrsten Sinne des Wortes, während die anderen, die wirklichen Schachspieler, Schach ›ernsten‹, um ein verwegenes neues Wort in die deutsche Sprache einzuführen." Und wie liest sich das in der französischen Übersetzung?


"Je "joue", au sens strict du mot, tandis que les autres, les vrais joueurs d'échecs, le "pratiquent-sérieux" - qu'on me permette ce néologisme audacieux" (Livre de poche, 1991, S 25).

Und weder auf der ersten noch auf der letzten Seite ein Übersetzername, nur ein verschämter Vermerk am Ende des Textes "Traduction revisée par Brigitte Vergne-Cain et Gérard Rudent". Und noch schlimmer davor: (Le texte) a été repris en 1981 aux éditions Stock, sans nom de traducteur. Da sage noch einer, dass sich die Dinge seither nicht verbessert haben! Und wie wäre es mit einer neuen Übersetzung?





  • vor 2 Tagen

Normalerweise beklagen wir Übersetzer immer unsere Unsichtbarkeit und die Tatsache, dass unsere Tätigkeit in Zeitungskritiken unerwähnt bleibt. In diesem Fall ärgert sich der Rezensent über das Buch und die Übersetzerin muss es ausbaden: "Sie (die Übersetzerin) wurde übrigens, wie sie versichert, von keiner KI unterstützt. Was vielleicht keine schlechte Idee gewesen wäre, so ungelenk und nicht immer Deutsch, wie sie ausgefallen ist."

Klingt das nicht auch ein bisschen ungelenk und nicht ganz Deutsch?



  • 22. März

Ein wunderbarer Beitrag der Übersetzerin Maria Meinel in Babelwerk über Rhythmus in Prosawerken (veröffentlicht am 22.01.2025). "Prosarhythmus ist ein komplexes, polyphones Gefüge aus Prosodie, Syntax, Grammatik, Takt und Stilelementen..." und ein Beweis dafür, dass Übersetzerinnen die besten Leserinnen sind.






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